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ABIZEITUNG IST EIGENTLICH BOULEVARD-JOURNALISMUS

KANN MAN FÜR DIE ABIZEITUNG VON DER BILDZEITUNG LERNEN? SICHERLICH NICHT, MEINEN VIELE ABIZEITUNGREDAKTEURE. DABEI VERGESSEN SIE, DASS DIE ABIZEITUNG IN ERSTER LINIE EINE TRATSCH- UND KLATSCHZEITUNG IST, WORIN DIE BILDZEITUNG JA UNSCHLAGBAR IST.


Der Inhalt der Abizeitung

Journalistik-Studentin Anne Kollmann hat sich Gedanken gemacht…

Manche Abiturientinnen oder Abiturienten kaufen sich alle Abizeitungen in ihrer Stadt um eine Übersicht zu bekommen, was das jeweils andere Geschlecht in ihrer Nähe und ihrem Jahrgang so bietet. So ist man nicht ganz unvorbereitet, wenn man nachts auf der großen Abiparty plötzlich vor dem tollen Gesicht steht, das einem schon die ganze Zeit aufgefallen ist. Und sei es, daß man nur die wichtige Info nachschlagen kann, ob der andere schon einen Partner hat oder nicht…

Eine Abizeitung hat also eine ganze Menge Dinge zu erfüllen: Erinnerung an das Abitur, die Schule, die Lehrer, Personenverzeichnis der Mitabiturienten, manchmal auch Adressverzeichnis, Charakterisierung der Abikameraden, Möglichkeit, Größe abzulassen, eine Testzeitschrift für die einzelnen Lehrer in der Oberstufe, die zukünftigen Schülern hilft, in der Oberstufe nicht bei einem unfähigen Lehrer zu landen, eine Sprüchsesammlung aus 13 Jahren Schulzeit, eine Anekdotensammlung, eine Möglichkeit für alle Abiturienten noch einmal die Dinge loszuwerden, die sie schon immer mal sagen wollten, ein Fotoalbum der Abizeit und der Studienfahrten…

Wenn man sich das genau überlegt, also eine der schwierigsten journalistischen Herausforderungen überhaupt. Vielleicht ist es gerade der Vorteil der Abiturienten, daß sie so unbedarft und unbeschwert an diese Aufgabe herangehen. Denn viele der so entstehenden Abizeitungen zeugen von einer solchen Kreativität im Umgang mit journalistischen Formen, daß wahrlich manch altgedienter Journalist davon lernen könnte.

Es empfiehlt sich unbedingt für das Abizeitungsteam, davor alle möglichen Machwerke früherer Jahrgänge hervorzuziehen, um sich dort ein wenig inspirieren zu lassen. Besonders empfiehlt es sich, auch die Wälzer anderer Schulen anzusehen – oft ähneln sich die Abibücher einer Schule sehr stark und so kommt man auf neue Ideen.

Was sind die klassischen Bestandteile einer Abizeitung?

Die beiden Hauptbestandteile sind die Kursberichte und der Personenteil. Wobei der Personenteil für die meisten der Kaufgrund für die Abizeitung ist und der Grund, weshalb man die alten Seiten noch nach Jahren zum Schmökern öffnet. Im Mikrokosmos, den so ein Gymnasium abbildet, sind die Lehrer ohne Zweifel die Prominenz. Recht nahe dahinter kommen die Abiturienten. Für die Ganze restliche Schule waren sie immer die Alten, die eine Stufe höheren, zu denen man seit der fünften Klasse aufgeschaut hat. Sie haben in der SMV die Partys organisiert, ehe man die SMV von ihnen übernommen hat, sie stellten die Schülersprecher, sie haben die Schülerzeitung herausgebracht, sie gingen den Weg voraus. Dabei hat man die „Großen“ kennengelernt und natürlich eine Menge über sie getratscht (hast du den Süßen aus der Oberstufe gesehen… Mensch die haben ja richtig tolle Frauen da oben.. etc.) Folglich hat die Abizeitung auch die Rolle einer Klatsch- und Tratschzeitung, und dieses Bedürfnis, vielleicht sogar das Hauptbedürfnis der Leser, sollte bei der Konzeption nicht aus den Augen verloren werden.

Mehr inhaltliche Tips gibt es im Abital-Spezialbericht „Der Inhalt der Abizeitung“ .